Träume nur, Seele…

Träume nur, Seele…

In den verdämmernden Herbsttag hinein
zauberst du lachenden Sonnenschein,
und aus der Blätter vergilbendem Flor
blühen dir duftige Veilchen empor,
träumende Seele –

Tönt denn der Glocken dumpfhallender Klang
dir wie ein schmetternder Lerchengesang?
Siehst du der Erde verweintes Gesicht,
fühlst du die eisigen Nebel denn nicht,
träumende Seele? –

Träume nur, träume… der Frühling ist weit;
Rosen hat’s nimmer im Winter geschneit –
dumpf; nur und klagend, verweht vom Nordwest,
läuten die Glocken zum Totenfest.
Träume nur, Seele…

Clara Müller-Jahnke

art unbekannt

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