Archiv | 22. Dezember 2015

Manchmal

Manchmal da bin ich einfach nur müde und erschöpft
vom Lärm der Welt da draußen.

Ich liebe solche Tage,
denn dann halte ich meine kleine Welt an.
Ich drücke einfach auf „PAUSE“

Genüsslich ziehe ich mir die Bettdecke über den Kopf
und ruhe mich erst mal aus.

Ich gönne mir eine extra Portion Schokolade
und male damit meinen Himmel rosarot.

Ich gehe an einen Ort, an dem mir der Wind um die Nase weht
und ich nur das Zwitschern der Vögel höre.

Dann werde ich ganz still
und höre mir selbst beim Atmen zu.

Bei jedem ausatmen lasse ich los,
ein bisschen mehr, von dem was mich schwer macht.

Ich lasse mich tragen von Mutter Erde
und sinke geborgen in ihren Schoss.

Ich liebe solche Tage,
an denen ich einfach mal „PAUSE“ drücke,
vom Lärm der Welt da draußen.

© Manuela Rüfner

art unbekannt

Dualseelenliebe …. nüchtern betrachtet

Dualseelenliebe …. nüchtern betrachtet.

Das scheint erst mal ein Widerspruch in sich.
Nichts ist so bombastisch,
magisch,
unfassbar,
Grenzen sprengend
und beseelend
wie die Begegnung mit einem Menschen,
der das perfekte Gegenstück zu sein scheint.

Es gibt eine Verbundenheit,
die nicht erklärbar ist.
Zufälle, die magisch sind.
Ein Spüren des anderen, auch wenn er nicht da ist.
Nichts lässt uns so ganz und so grenzenlos fühlen,
wie die Vereinigung mit der Dualseele.

Dass es die Erfahrung gibt, weiß ich.
Ich kenne das.

Ob es etwas mit der Seele,
oder mit dem Wiederfinden eines verloren gegangenen
Seelenanteils zu tun hat,
kann ich weder ausschließen,
noch beweisen.
Es bleibt eine Frage des Glaubens.

Es ist nur nicht so wichtig,
was es denn nun ist.

Viel wichtiger ist,
wie wir damit umgehen können.

Dualseelen-Beziehungen folgen oft (aber nicht immer) einem sehr ähnlichen Muster.

Es gibt am Beginn eine Phase, die jeden Hollywood Blockbuster in den Schatten stellt.
Ein nach Hause kommen, das den totalen Frieden beschert.
Eine Verbundenheit die unzerstörbar scheint.
Und eine Kraft die etwas aus beiden hervor bringt,
das jenseits allen Vorstellbaren liegt.

Irgendwann kommt es zu einem Bruch.
Völlig ohne Vorwarnung.
Ohne ersichtlichen Grund.
Wie ein Tropfen Schwarz, der auf ein blütenweißes Blatt Papier fällt.
Doch der ist schnell vergessen und die berauschende Tiefe ist wieder da.

Doch es werden immer mehr Tropfen.
Und die Abstände werden immer kürzer.
Egal was wir versuchen, es lässt sich nicht aufhalten.
Am Ende stehen wir vor den Scherben
und finden keine Erklärung.

Die einstige Verbundenheit ist einer unüberbrückbar scheinenden Distanz gewichen,
deren Inhalt schwer bis gar nicht fassbar ist.

Aus der einstigen Resonanz scheint ein Zerfallen
in zwei unvereinbar scheinende Gegensätze geworden zu sein.

Die Themen sind individuell.
Die sind nur das Bühnenbild, auf dem sich das Drama abspielt.
Es kann um
Denken oder Fühlen,
Nähe oder Distanz,
Verantwortung oder Freiheit,
Autonomie oder Zusammenhalt,
usw…. gehen.

Am Ende will einer um jeden Preis die Trennung
und der andere um jeden Preis die Verbindung.

Manchmal wechselt das auch.
Aber es bleibt immer gegensätzlich.
Wenn der eine das eine will, will der andere das andere.
Es scheint wie verhext.

Die Aufgabe, die es hier zu geben scheint,
ist die der Hingabe an die Bedingungslosigkeit der Liebe.

Ich stimme dem nur bedingt zu.
Einfach aus der Erfahrung heraus, dass es nicht funktioniert.
Das ist so ungefähr das Letzte, was funktioniert.
(Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).

Was dagegen gut funktioniert,
ist das genaue Gegenteil davon.
Das Finden der eigenen Identität.
Das Spüren und Akzeptieren der eigenen Grenzen.
Und das Annehmen des eigenen SO-Seins.

Es ist die Versöhnung mit dem eigenen Schatten
und das Finden der inneren Balance,
die die Chance auf eine Balance mit dem anderen ermöglicht.

Denn das war es, was es davor zum Scheitern gebracht hat.
Das Verharren und Bestehen auf einer Seite einer Polarität.
Das führt zwangsläufig zu einer Gegenbewegung, des anderen.

Innere Zerrissenheit führt zu einem äußeren Zerreißen.
Es ist immer innen, wie außen.

Die Aufgabe besteht darin,
einen Frieden mit dem zu machen, was wir am anderen so ablehnen.
Das hat nur nichts mit Bedingungslosigkeit zu tun.

Wir werden auch nicht anders, als wir waren.
Wir mögen immer noch eines lieber, als das andere.
Wir haben immer noch die selben Bedürfnisse und Wünsche.

Es geht NUR um die Anerkennung der prinzipiellen und grundlegenderen Gleichwertigkeit.

Alles ist gut für etwas und schlecht für etwas anderes.
Keiner ist falsch und keiner ist richtig.
Jeder ist anders und anders richtig und falsch zugleich.

Es führt nicht in die Bedingungslosigkeit,
sondern in eine Klarheit über die Bedingungen unsres Soseins.

Und dann ist es innen wie außen.
Ein Ja zu sich, mündet auch in einem Ja zum anderen
und vom anderen.

Nicht immer.
Aber ein JA zu uns selbst,
ist auch ohne dass es zu einer Lösung für die Beziehung kommt ein Gewinn.

Nur wenn es eine Chance gibt,
auch die Beziehung zu heilen,
dann der Weg in die Gleichwertigkeit.
Nicht die Gleichheit.
Und auch nicht die Anpassung.
Und schon gar nicht die Bedingungslosigkeit.

Dafür gehören aber zwei.
Einer alleine kann hier genau gar nichts bewirken.

NICHTS.

Ich kenne leider viele, die sich der Aufgabe verschrieben haben,
das alleine “schaffen zu wollen.”

Ich kenne keinen, dem es gelungen ist.
Eine harte Wahrheit.
Die aber auch sehr befreiend ist.

Denn ein echtes JA zu uns selbst,
wird zu einem automatisch empfundenen Nein
einem neuerlichen Ungleichgewicht gegenüber.
Und das wäre ein Versuch der alleinigen Rettung der Beziehung.

Wenn es so etwas wie eine echte Verbundenheit von Seelen gibt,
dann ist die alleinige Übernahmen der Verantwortung
das sicherste Mittel um den anderen fern zu halten.
Der eine tut alles und der andere nichts.
Und Bedingungslosigkeit erzeugt demnach ein SUPERego.

Jede Polarität erzeugt ihren Gegenpol.

Wenn beide zusammen wirken,
gehen sie in Resonanz.
Und die ist es, die etwas schaffen kann.

Polarität wirkt auf der Ebene der Realität.
Nähe und Distanz,
Autonomie und Zusammenhalt.
Nehmen und Geben.
usw.

Hier erzeugt ein Pol eine Ausgleichstendenz.

Resonanz wirkt auf der Ebene der “Geistes”.
Oder der Werte.
Hier erzeugt ein Ja ein Ja.
Und ein Nein, ein Nein.
Zumindest tendenziell.

Eine JA zu uns macht auch die Türe zum Ja
der anderen auf.
Und ob das nun dieser eine spezielle ist,
oder nicht wird gar nicht mehr so relevant.

Dann ist es wirklich gut.
Egal wie es denn nun kommt.

Und auf seltsame Weise hat sich der Sinn so einer Verbindung dann erfüllt, egal wie es ausgeht.
Etwas ist ganz geworden,
was es davor vielleicht nicht war.

Text: Sonja Ebner

art unbekannt