Tag-Archiv | Herzen

Wie fühlst du dich, in der Stille zwischen uns?

Wie fühlst du dich,
in der Stille zwischen uns?
Findest du dort,
in der Welt der Möglichkeiten,
dies, was dir zwischen uns fehlte,
oder hörst du in deiner Wortlosigkeit,
wie meine Gedanken in dir flüstern?
Seit du in deiner weiten Welt
des Schweigens verschwunden bist,
höre ich dich mehr denn je.
Alles was zu sagen du dich weigertest,
führt einen Dialog in meiner Stille.

Wie fühlst du dich,
in der Distanz unseres Seins?
Erkennst du,
dass Herzen sich nicht kümmern,
wenn die Gedanken Barrieren errichten?
So groß auch die Weite ist,
die du dich von mir wegbewegt hast,
so nah kam mir die Liebe,
die du nicht in dein Leben lässt.

Was findest du
innerhalb der Grenzen
deines Schweigens?
Ist dort der Frieden,
den du dir erhofftest, wenn du
das wahre geliebt werden
aus deinem Leben verbannst?
Oder fühlst du erst jetzt,
dass mit jedem Schritt
den du dich vom geliebt werden entfernst,
sich unsere Seelen näherkommen,
als sie es je zuvor waren?

© Erika Flickinger

art unbekannt

Quelle: Wie fühlst du dich

Wo sich die Liebe verbirgt

Wo sich die Liebe verbirgt

Die Liebe verbirgt sich in kleinen Kammern
in Paaren die sich aneinander klammern
in glücklich gelebten Augenfalten
in schönen und unschönen Menschengestalten

In Herzen mit tiefem Wahrnehmungssinn
in vergilbten Brieflieben welkt sie dahin
in Kissen auf denen dein Kopf einst ruhte
in dem Zauberkleid einer Kussminute

In der Kinderhand die sich in deine stiehlt
in der Freiheit in der dir niemand befiehlt
in Geschlechtlichkeit und in schwangeren Frauen
in lustvollen Nächten, in Menschen die trauern

In Augen-Blicken die Bände versprechen
in zärtlich-geflüsterten Wörterbächen
in kaskadenperlenden Glücksgefühlen
in samtzarten Händen die auf mir wühlen

In Hinterhöfen, an vorderster Front
in Kinopolstern wenn ein Arm um dich kommt
in Bücherseiten voll Poesie
in dem Herz einer Mutter, vergiß das nie

In sich öffnenden Händen, im Sich-Verschenken
in Freunden die liebevoll an dich denken
in Seelen die zärtlich sich an dich lehnen
in Träumen die sich sehnsuchtsvoll dehnen

In Gesten die ohne Worte auskommen
in Tränen wenn sie von Herzen kommen
in Krankenhäusern an Krankenbetten
in Sanitätern die Menschen retten

In den Augen der Groupis beim Star-Beschmachten
in alten Menschen beim Rückbetrachten
in Enge und Weite findet sie Platz
in einem Spinatfleck am Babylatz

In dunklen Ecken geht sie heimlich einher
in saftigen Zoten beim Liebesverkehr
in Körpern beim zaghaften Annähern-Wollen
in Wellen der Lust die zwischen uns rollen

In der Güte, der Weisheit, in großem Vertrauen
in der Warmherzigkeit, im Auf-dich-Bauen
In dir, in mir – verbirgt sich die Liebe
in euch, in uns – wenn sie nur bliebe

© Schlossfee

art unbekannt

Weil die Zeit keine Wunden heilt,

Weil die Zeit keine Wunden heilt,
und kein Moment auf ewig weilt,
weil Sicherheit nur eine Illusion ist,
und Verdrängtes dich innerlich zerfrisst.
Weil Beständigkeit nicht existiert,
und man alles, was man nicht liebt, verliert.
Weil man auch zu zweit oft friert,
wenn Liebe mit Angst verwechselt wird.
Angst zu verlieren, sich zu blamieren, zu viel zu riskieren …
… oder zu erfrieren.
Weil du Liebe nicht im Anderen findest,
egal, wie fest du ihn an dich bindest.
Und bist du dir selbst nicht viel wert,
gibt es auch keinen anderen, der dich achtet und ehrt.
Weil du glaubst, du hast zu viel falsch gemacht,
tobt tief in dir drin eine Schlacht
aus »Ich muss … Ich darf nicht …« und »Ich sollte …«,
»Ich hätte … Ich müsste … Ich wollte …«
Weil diese Gedanken schmerzen,
tief in jedem einzelnen Herzen.
Doch ein Gedanke, der weh tut, ist niemals wahr.
Und Angst bedeutet nicht immer Gefahr.
Weil Schmerz kein Gefühl, sondern Widerstand ist
gegen alles, was zu fühlen du nicht willens bist.
Weil den Schmerz du mit jedem Male steigerst,
wenn die Tatsachen zu akzeptieren du dich weigerst.
Weil wir nur selbst uns stets verletzen,
uns gering schätzen, unter Druck setzen oder hetzen.
Weil wir uns ängstigen, grämen oder sorgen,
und das Heute vergessen aus Angst vor dem Morgen.
Weil es Selbstlosigkeit nicht gibt,
und ein Aufopfernder sich selbst nicht liebt.
Weil jemand, der sich selbst vergisst,
niemals eine Stütze für andere ist.
Weil es sich nicht um Liebe handelt,
wenn Bedingungen damit sind verbandelt.
Weil Liebe frei lassen bedeutet und Vertrauen,
und den Mut, einander ehrlich anzuschauen.
Weil Kompromisse unfrei und gefangen machen,
und weinen nicht schlechter ist als lachen.
Weil nur dein Herz dich glücklich zu machen vermag
und die Nacht ihren Sinn hat – genau wie der Tag.
Weil dein Wert nicht von Leistung abhängt,
und nicht, was du besitzt oder dich innerlich drängt.
Weil das, was du tief in deinem Inneren bist,
das wahrhaftigste und beste Geschenk ist.
Weil Stärke bedeutet, sich verletzlich zu zeigen,
und Klarheit, mit sich selbst zu schweigen.
Weil nur der, der auch zu Wut und Tränen steht,
wirklich aufrecht durchs Leben geht.
Weil der Sinn des Lebens der ist, den du ihm gibst,
und kein Weg falsch ist, den du liebst.
Und weil am Ende eines jeden Lebens
die Gewissheit steht: Nichts war vergebens!

Stefanie Braun

art unbekannt

Quelle: Weil die Zeit keine Wunden heilt