Tag-Archiv | Muttergöttin

Siff – Nordische Göttin der Fruchtbarkeit, des Getreides, der Ernte

Quelle: http://www.artedea.net/siff-stroh-zu-gold/

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Die Vegetationsgöttin Siff regiert vor allem den Monat Juli, also jene Zeit, in der die erste Erntezeit fällt, die Vegetation mit ihrem Reifestadium beginnt und alles bereitstellt, was sie an Nahrung und Früchten aufzubieten hat.

Hochzeit mit dem Sommergewitter

Siff lebt den Sommer über in den heranreifenden Getreidefeldern, im Winter zieht sie sich in die Erde zurück. Sie vermählt sich als Fruchtbarkeitsgöttin alljährlich mit dem Blitz und dem Donner der Sommergewitter. Die gesamte Vegetation entsteht und reift aus der fruchtbaren Erde und dem Regen, der von den Gewittern gebracht wird.

Sie ist eine der uralten eigenständigen und selbstbestimmten Mutter-, Vegetations- und Fruchtbarkeitsgöttin. Innerhalb der ursprünglich matriarchal strukturierten nordischen Gesellschaft hat Siff in ihrer Wahrnehmung im Laufe der Zeit eine sehr patriarchale Wendung erfahren müssen und ist daher vor allem als Frau des Donnergottes Thor bekannt. Sie aber alles andere als dessen nette, schmückende weibliche Ergänzung.

Sie ist das beständige fruchtbare Land, er das kurze Sommergewitter. Darauf weist u.a. hin, dass sich das Land, auf dem Thor lebt, im alleinigen Eigentum der Siff befindet und dieses auch auf die gemeinsame Tochter Thrud übertragen wurde. Daher wird es auch als Thrudvangar, „Thruds Feld“ bezeichnet.

Damit ist Siff auch eine alte Erdgöttin, die sich im Land und dessen Äckern und Feldern ausdrückt.

Beschützerin der Sippe

Der Wortstamm ihres Namens Siff ist auch im Wort „Sippe“ enthalten, was auch darauf hindeutet, dass sie jene Göttin ist, die der Sippe Schutz und Halt gibt (kein Wunder in ihrer Funktion als Erntegöttin) und nicht der Schrecken erregende Donnergott.

Siff hat einen Sohn, den schnellen Bogenschützen Uller, von dessen Vater nichts bekannt ist – was in matriarchalen Gesellschaften auch normal ist, Vaterschaft gilt hier zumeist als sehr zweitrangig. Aus der Verbindung der Erntegöttin mit dem Donnergott ging eine Tochter hervor — Thrud — deren Name „Kraft“ bzw. „Stärke“ bedeutet und die damit die beiden Naturkräfte ihrer Eltern sehr gut in sich vereint.

Das magische Goldhaar

Siff ist vor allem wegen ihres schönen, goldglänzenden Haars bekannt. Dieses schneidet ihr der Feuergott Loki in hinterlistiger Absicht ab. Kunstreiche Zwerge, die Alben müssen auf Anordnung von Thor, einen neuen Haarschmuck aus Gold für Siff fertigen.

Das besonders Schwierige an dieser Aufgabe war, dass dieses Goldhaar wie ihr eigenes wachsen muss. Mythologisch hat das natürlich eine einleuchtende Entsprechung. Die goldenen Haare werden als Symbol des reifen Ährenfeldes gedeutet, dessen goldener Schmuck in der Sommerglut (= Feuergott) geschnitten, dann aber von unsichtbar wirkenden Erdkräften (= Zwerge) neu geschaffen werden.
Eine schöne Allegorie auf die Fruchtbarkeits- und Erntezyklen im Laufe des Jahres.

Stroh zu Gold

Auch jene Märchen, in denen Stroh zu Gold gesponnen wird, gehen auf diese Phasen der Jahreszeiten zurück. Der Wert für das goldene Getreide ist ja tatsächlich dem Gold gleichzusetzen.

Der Umwandlungsprozess (mähen, dreschen, mahlen, backen) des Getreides in bekömmliche Nahrung wird oft auch als magisch-alchemischer Transformationsprozess angesehen — man „spinnt“ eine Idee von einem nahrhaften Brot und setzt es dann in die Tat um. Rumpelstilzchen ist hier z.B. der Vertreter der Zwergenwelt, in einer anderen Version der Geschichte helfen Breitlipp, Breitdaum und Breitfuss der Müllerstocher (siehe auch Nornen).

Die feurige, vulkanische Kraft der Siff

Siff wird auch mit der vulkanischen Kraft des Nordens (z.B. mit den isländischen Vulkanen) in Verbindung gebracht. Das stammt vor allem wahrscheinlich daher, dass die Vulkanerde, die der Ascheregen nach einem Vulkanausbruch bringt, besonders fruchtbar ist.

Es ist ja auch ihre feurige Kraft, die die Reife und Süße in die Früchte bringt. Einer der Vulkane auf der Venus wurde daher auch nach Siff benannt.

Wenn Frauen „Stroh zu Gold“ spinnen wollen, Fülle, Reichtum, gutes Gelingen im Umsetzen von Ideen, erfolgreiche Projekte in ihr Leben bringen wollen, dann sollten sie sich der Unterstützung von Siff versichern.

auch: Sif, Sippja, Sive

Quelle: http://www.artedea.net/siff-stroh-zu-gold/

Mondrahit – „Nacht der Mütter“ – Gedanken zur Wintersonnenwende

Oh Göttin

Lucina 2Unsere angelsächsischen AhnInnen, feierten in dieser Zeit im Jahr „Modraniht“ – die Nacht der Mütter“, die später im Römischen Reich in „matrum noctem“ umgewandelt wurde.

In dieser Nacht gebiert die Göttin tief in der finsteren Erde in der stillsten aller Stunden das neue Sonnenkind. Je nach Auslegung ist diese Mutternacht die Nacht auf den 21. auf den 22. bzw. auf den 25. Dezember.
Es gibt eine Reihe an Beispielen aus vorpatriarchalen Traditionen, die als Zentrum die Verehrung

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Neith – die, die Wege öffnet

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Wikipedia: Neith (ägyptisch: „die Schreckliche“) war eine Göttin in der Mythologie des Alten Ägypten. Sie ist eine der ältesten bezeugten Göttinnen und wurde im Laufe der ägyptischen Geschichte als Kriegsgöttin, Schöpfergöttin, Muttergöttin, Göttin von Unterägypten und Totengöttin verehrt.

Neith – die, die Wege öffnet

Ägyptische Schöpfungs-, Kriegs- und Jagdgöttin, Göttin des Handwerks

Neith ist einer der ältesten Göttinnen Ägyptens. Man vermutet, dass sie ursprünglich eine Kriegs- und Jagdgöttin war, denn ihre Attribute sind zwei über einem Schild gekreuzte Pfeile oder Pfeil und Bogen sowie eine gefleckte Tierhaut. Man bezeichnete sie auch als die, die „die Wege öffnet“, denn sie schreitet als Kriegsgöttin voran, gefolgt vom König und seiner Heere. Der Hauptkulturort der Göttin Neith ist die Delta-Stadt Sais (nördlich des heutigen Dorfes Sa el-Hagar). Sie trägt seit frühester Zeit die unterägyptische Rote Krone, die sie als Göttin des Deltas charakterisiert. Andere Kulturorte der Neith sind Esna, Abydos und Memphis. Ihre PriesterInnen standen in einem so hohen Ruf der Weisheit, dass sich auch die vornehmsten Griechen bei ihnen ausbilden ließen. Auf einem Tempelbild der Göttin ist zu lesen: „Ich bin alles, was war, was ist und was sein wird, und kein Sterblicher ist je dazu fähig gewesen, meinen Schleier zu lüften, der mich verhüllt“. Damit scheint sich Neith auch in die Reihe der dreifachen Schicksalsgöttinnen einzureihen.

Neith webte die Welt

Im Laufe der Zeit, in denen andere Gottheiten vorherrschender wurden, wurde Neith in ihrer Zuständigkeit mehr und mehr auf das Handwerk und Gewerbe reduziert. Bedeutend ist hier vor allem die Webkunst. Es heißt, dass sie am Anbeginn der Zeit das Weberschiffchen zur Hand genommen hat, den Himmel in ihren Webstuhl gespannt hat und die Welt gewebt hat. Später soll Neith auch die Menschen das Weben gelehrt haben, so dass Leinenstoffe und -binden als eine Gabe der Göttin gelten. Sowohl des kriegerische Elements, der Weisheit als auch das Webens wegen wird sie später im antiken Griechenland mit Athena identifiziert.

Erfand die Geburt

Nachdem die Welt gewebt war, warf sie ihre selbst gesponnenen Netze aus und zog aus den Urgewässern (siehe auch Mehet-Weret) alle lebendigen Geschöpfe, auch die Menschen. Da sie nicht ständig fischen wollte, „erfand“ Neith schließlich die Geburt. Die allererste Geburt führte sie selbst durch, indem sie in einer Kuhgestalt als Göttin Mehet-Weret den Sonnengott Re zur Welt brachte. Damit gilt sie als ägyptische Muttergöttin, als „Gottesmutter, die Re gebar“. Als ihr Sohn wird andererseits auch der Krokodilgott Sobek genannt, auf einigen Darstellungen sieht man sie ihn stillend an ihrer Brust. Auch mit dem Krokodilsohn wird die Verbindung zu Mehet-Weret in ihrem Aspekt als Göttin der Urflut deutlich.

Wohlergehen der Lebenden und Verstorbenen

Darüber hinaus ist Neith für Heilung und Gesundheit zuständig und ihre Priesterinnen galten als hervorragende HeilerInnen und ÄrztInnen. Neith schützt auch die Schlafenden und durch Zaubersprüche auch Gebäude. Das Wohlergehen umfasste nicht nur die Lebenden. Als Schutzgöttin der Kunst des Einbalsamierens kümmerte sie sich auch um die Verstorbenen. Die gewebten Binden, mit denen man die Toten zu Mumien gestaltete, galten als Gabe der Neith (siehe hierzu auch Taitet). Bereits in den Pyramidentexten des Alten Reiches erscheint an der Bahre des Osiris die Göttin Neith gemeinsam mit Isis, Selket und Nephthys) als Wächterin. Sie heißen die Toten im Jenseits willkommen. Im Neuen Reich stehen diese vier Schutzgöttinnen an den vier Ecken des königlichen Totenschreines und breiten ihre schützenden Arme über die Mumie des Verstorbenen (am bekanntesten ist die Darstellung der Schutzgöttinnen am vergoldeten Schrein des Tut-ench-amons aus dem Ägyptischen Museum Kairo).

Quelle: Neith